Ibirité

 


 

Unsere Projekte in Ibirite:

 

 

 

 

 

Durch die Freundschaft zwischen unserem Pfarrer Ferdinand Kerstiens und Christel Bußmann mit Padre Rogerio, der in den Armenvierteln von Ibirité in Brasilien arbeitete, bestand eine enge Verbindung. In St. Heinrich und in den Basisgemeinden in Ibirité wurde die Frage einer Partnerschaft beraten - und auf beiden Seiten beschlossen. Das "Experiment" Partnerschaft konnte beginnen.
 

 

 

 

 

 

 

 

Padre Rogerio hatte in einem Armenviertel an der Peripherie der Millionenstadt Belo Horizonte, in Ibirité drei Basisgemeinden aufgebaut. Die Feier des Glaubens und der Kampf für ein menschenwürdiges Leben gehörten zusammen, Bürgervereine wurden gegründet. In dieser ersten Phase der Partnerschaft unterstützten wir den Bau von Kirchen, die zugleich Versammlungsraum für Bürgerversammlungen sind. Die Bürgervereine kämpften um die Herstellung elementarer Bedingungen menschenwürdiger Infrastruktur: Strom, Wasser, feste Straßenverbindungen im Viertel. Mit Petitionen unsererseits verliehen wir den Forderungen der Gemeinden Nachdruck.

 

 

 

 

 

 

 

 
 

Fast zeitgleich wurde ab Beginn der Partnerschaft die Einrichtung von Kinderkrippen (creches) betrieben, die von Frauengruppen der Gemeinden und einem Bürgerverein getragen wurden. Gemeinsam nutzten wir eine Regelung des brasilianischen Rechtes: der Staat hat keine Verpflichtung zum Bau von creches, muss aber vorhandene mit Personalkosten und Sachkosten unterstützen - eine klassische Möglichkeit zur Anschubfinanzierung: Bis Mitte der 80er Jahre waren durch gemeinsame Anstrengung vier Kinderkrippen "in Betrieb"; entstanden durch die Muskelhypothek unserer Partner/innen und den Spenden aus St. Heinrich. Es folgte der geduldige Kampf um die finanzielle Beteiligung der Personal- und Sachkosten durch die Kommune. Verspätete und fehlende Zahlungen der Kommune an die creches führten zur Idee der Vernetzung mit weiteren 7 creches. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Weiterentwicklung dieser Idee mündete ab 1993 in den Bau des "Zentrums zur Befreiung der arbeitenden Frau" (Centro de Libertação da Mulher Trabalhadora - CLMT). Dieses Haus war ab 1996 zugleich Sprachrohr der Krippen gegenüber der Kommune, Koordinierungsstelle zur Qualifizierung der Erzieherinnen in den Krippen, Beratungsstelle für Frauen und Mütter in Familien-, Erziehungs- und Partnerschaftsfragen. Es gibt Angebote für Frauen zur Verbesserung ihrer Erwerbsmöglichkeiten im informellen Arbeitssektor (einen anderen Arbeitsmarkt gibt es kaum) durch Nähkurse und Computerkurse. Schließlich wurde im Zentrum selbst noch eine weitere creche eingerichtet.

 

 

 
 

Im Jahre 2000 gewann das Zentrum im Wettbewerb einer landesweit bekannten privaten Stiftung den 1. Preis als beste soziale Einrichtung des Bundesstaates. Der Stiftungspreis von 20.000 R. war Grundstock zur Realisierung eines weiteren Traums unserer Partner: dem Bau eines Kinder- und Jugendschutzhauses, in dem Kinder aus gewaltbereiten oder zerbrochenen Familien übergangsweise wohnen und leben können, bis entweder die familiären Verhältnisse stabilisiert oder Pflegefamilien gefunden sind. Durch erneute gemeinsame Anstrengungen konnte das Haus im Jahre 2003 eröffnet werden.

 

 

 

 

 

 

 

Seit Sommer 2009 planen wir den Neubau eines größeren und für die Lebensbedingungen der Kinder besser ausgestatteten Kinderschutzhauses. Ein Grundstück ganz in der Nähe des jetzigen Hauses ist bereits gekauft. Das Kindermissionswerk / Die Sternsinger, das Bistum Münster und die Erzdiözese Köln haben eine Zusage gegeben, die Baukosten mitzutragen. Wir hoffen und sind zuversichtlich, dass wir durch Spenden hier bei uns und Aktionen vor Ort in Ibirité das Bauprojekt noch im Jahr 2010 beginnen und in 2011 fertigstellen können.

 

 

 

 

 

 

 

Die Entwicklung der Projekte in Ibirité zeigt die für beide Seiten wichtigen Kennzeichen auf. Es geht um einen aufeinander aufbauenden integrativen Ansatz der langfristigen Projektpartnerschaft, in der jeweils neue Bausteine entwickelt und gemeinsam geschultert werden. Es geht um ein Wachsen und Weiterkommen, wobei wir die Impulse von unseren Partnern aufnehmen und dann gemeinsam umsetzen.